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JUST LISTEN


"I like to listen. I have learned a great deal from listening carefully. Most people never listen."

(Ernest Hemingway)

 
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  • Alma

#1

Blicke einmal zurück auf die letzten 24 Stunden. Wo hast du dir einmal bewusst etwas gutes getan?

Herzlich willkommen zu meiner neuen Rubrik, oder wie auch immer ich das hier nenne.

Ich hatte mit überlegt, wie ich meinen Blog noch weiter entwickeln könnte, denn 2x die Woche einen Beitrag zu schreiben, ist glaube ich etwas wenig. Na klar, ich könnte auch jede Woche einen schreiben, aber das schaffe ich nicht immer , wenn wir realistisch sind. Meine bisherigen Beiträge sind ja eher informelle Beiträge, deswegen dachte ich, ich versuche mich jetzt an einer neuen Kategorie und mache eher so ein Alltags-Ding, wo ich einfach Gedanken runter schreibe, erzähle was ich mache, was mich umtreibt und so. Quasi etwas, das etwas mehr an meinem täglichen Leben ist. Ich weiß noch nicht ganz genau, wie sich das entwickelt, aber das wird schon. Ich hoffe auf jeden Fall,dass es allen Beteiligten Spaß machen wird.

Also, was mache ich so?

Ehrlich gesagt, muss ich mir glaube ich eingestehen, dass mein Alltag gerade einfach nur zu leben ist. Seit ich aus der Klinik raus bin versuche ich Dinge anders zu machen als zuvor,quasi gesünder zu handeln und das ist nicht so leicht getan wie es klingt. In meinem Kopf habe ich hunderte von Ideen und Dingen die ich machen kann und tun sollte, sowas wie arbeiten gehen zum Beispiel. Ich möchte auch arbeiten und mein eigenes Geld verdienen und unabhängig sein, aber ich versuche mir jetzt gerade einzugestehen und vor Augen zu führen, dass das gerade nicht vernünftig wäre, weil ich dazu noch zu schwach bin, wie für so vieles.

Ich habe eigentlich immer gearbeitete, gerne auch mehrere Jobs gleichzeitig. Was aber in der Zeit auch immer war, waren irgendwelche destruktiven Verhaltensweisen oder ähnliches. Ich weiß aus Erfahrung, dass ich viel und gut arbeiten kann und das auch einige Zeit gut durchhalte, aber dann irgendwann "zusammenbreche". Das Ding ist, dass ich dann mich und alles was für sein eigenes Wohlergehen wichtig ist, komplett vergesse und froh sein kann, wenn ich regelmäßig esse und trinke. Sowas wie privat Leben, Ruhe, Freunde oder so, gibt es dann nicht.

Deswegen ist es jetzt ja endlich mal Zeit auf gesündere Art und Weise das Leben zu bestreiten. Dafür muss ich aber erst einmal leben lernen. Das bedeutet aktuell, dass ich tagtäglich gegen meinen Clown im Kopf kämpfe, der so schöne Dinge sagt wie " Du bist unruhig, habe doch mal einen Essanfall, das hilft dir dich besser zu fühlen. " oder " Bevor du an irgendetwas denkst, erst einmal putzen." oder " Oh das mit dem rausgehen, hört sich gefährlich an, stell dir vor da passiert was, das machen wir nicht." oder "Du hast schon wieder alles falsch gemacht, du Lappen, gehe und bestraf dich." Stell dir vor du hast ein kleines , bockiges, stures Kind, was niemals nachgibt,nur seinen Willen durchsetzen will und erst wenn man nachgibt, kurzzeitig ruhig ist. So in etwa fühlt sich das für mich an. Das erfordert sehr viel Kraft,denn was ständig in meinem Kopf rumschwirrt sind Gedanken die mich vom normalen Leben abhalten. Das führt unter anderem dazu, dass ich konstant müde und erschöpft bin. Dieser Zustand wiederum, macht es schwerer dagegen anzugehen. Dann außerdem, will und muss ich ja auch den Tag mit Inhalt füllen und dafür sorgen, dass ich nicht verhungere, oder verwahrlose oder so. Das heißt ich gehen solchen Sachen wie einkaufen, Essen machen, Bewegung, soziale Kontakte, Arzttermine etc. nach. Sowas wie einkaufen beispielsweisen ist aktuell auch sehr anstrengend, weil mich die ganzen Reize ziemlich stressen, da mein Gehirn nicht so ganz hinterherkommt alles zu verarbeiten.

Solche Dinge habe ich, wie viele andere, früher immer nebenbei gemacht,aber das geht jetzt nicht mehr. Ich will und muss einen Weg finden, mit allen Dingen gesund und vernünftig umzugehen und dafür alte, schädigende Verhaltensweisen ablegen. Mein Körper ist seit ich denken kann immer nur im Überlebens-und Fluchtmodus, immer unter Strom um vorbereitet zu sein auf Dinge die theoretisch passieren könnten und ich muss lernen, dass keine reale 24/7 Bedrohung herrscht.

Deswegen will und sollte ich mich erstmal an alltägliche Dinge gewöhnen, mich mit ihnen auseinandersetzen und quasi einstudieren. Das ist eigentlich meine jetzige Aufgabe. Ich habe mir eine gewisse Struktur mit Aufstehzeiten ( da ist schon der erste Kampf, auch wirklich aufzustehen), Essenszeiten, Yoga Routine, Aktivitäten etc. zusammengestellt. Außerdem bin ich zurzeit wieder auf Therapeuten Suche und habe jetzt auch eine ambulante Betreuung gefunden, die bald startet. Eine Art Lehrplan also, in den ich Schritt für Schritt neue Dinge hinzufügen werde, bis ich dann bald hoffentlich auch das Thema Arbeit wieder hinzufügen kann. Erst einmal die Basics relativ gut hinkriegen und dann weitermachen.

Ich höre jetzt schon Leute sagen, dass es sie auch anstrengt aufzustehen und in den tag zu starten, oder dass einkaufen zu gehen stressig ist. Ja, das ist auch oft so, aber es gibt einen Unterschied dazwischen. Es gibt den Stress von den man sich nach 10 Minuten Pause wieder erholt hat und es gibt den, der Panik-und Angstattacken auslöst und dazu führt, dass man für den restlichen tag nichts mehr machen kann, denn es war für den Körper, wie ein Marathonlauf. Das ist für außenstehende schwer nachzuvollziehen meistens, weil es ja so alltägliche und gewöhnliche Dinge sind und es ist auch für mich schwer zu verstehen und vor allem zu akzeptieren.

Ich habe so viele Ziele, Wünsche,Träume und Ideen die ich besser gestern als heute verwirklichen will, aber schlichtweg einfach gerade nicht kann. Ich mag nicht weiter geduldig sein, ich mag endlich mein Leben so richtig leben, aber ich verstehe langsam, dass ich es nicht erzwingen kann, sondern dafür erst einmal kämpfen bzw arbeiten muss.Ich möchte auch feiern gehen, shoppen gehen, arbeiten, nach der Arbeit mich mit Freunden treffen, ein Hobby haben und und und. Es ist unfair und ungerecht, aber man/ich muss das beste daraus machen.

Deswegen heißt es jetzt erstmal langsam die Tage und Wochen mit mehr Aktivitäten füllen und merken, wann ich eine Pause brauche und mir die dann auch nehmen. Vor allem das mit den Pausen und auf sich hören, würde uns allen nicht schaden.


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