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JUST LISTEN


"I like to listen. I have learned a great deal from listening carefully. Most people never listen."

(Ernest Hemingway)

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  • Alma

Trauma

Aktualisiert: 13. Juni 2023

Ein Trauma, ja was ist das eigentlich? Was einige von uns so flapsig mal in ihrem Gespräch benutzen, hat einen ernsten Hintergrund.

Es gibt das Trauma im Sinne der Medizin, was eine "Schädigung oder Verwundung lebenden Gewebes durch einen Unfall oder Gewalteinwirkung" ist. Wir beschäftigen uns aber mit dem Trauma im Sinne der Psychologie, welches "eine starke psychische Erschütterung ist, die durch ein extrem belastendes Ereignis hervorgerufen wurde". Es ist quasi eine seelische Verletzung. Dabei kann ein Trauma auch entstehen, wenn man beispielsweise zusehen musste, wie eine andere Person verunfallt. Es muss also gar nicht immer einen direkt betreffen. Ein Trauma ist eine Situation in der man befürchtet oder erwarten kann, dass das eigene oder wie gesagt ein fremdes Leben bedroht ist.


Klingt erstmal nicht so schön, ist es auch nicht. Ich selber habe mehrere Traumata erlebt und habe dadurch eine komplexe PTBS entwickelt, mehr dazu später.

Was macht man jetzt, wenn man ein Trauma erlebt hat?

Das kommt ganz darauf an. Manche Menschen entwickeln keine Symptome und kriegen es ohne fremde Hilfe hin. Einige brauchen danach aber Hilfe. Dabei ist "danach" ein dehnbarer Begriff. Am besten ist es, wenn man es anschließend direkt mit einem Therapeuten oder anderem professionellen Mitarbeiter aufarbeiten kann. Viele Menschen können oder machen das aber erst einige Jahre später, denn oft dissoziiert der Körper das Trauma. Das heißt, dass dieses schlimme Ereignis abgespalten wird und gar nicht mehr im aktiven Bewusstsein ist. So war es bei mir auch. Ich habe erst mit ca. 26 Jahren mich an erste Traumata erinnern können. Davor waren all die Erinnerungen einfach weg. All die Jahre waren einfach ausgelöscht.

Viele der Menschen die ein Trauma erlebt haben, entwickeln das, was man eine Traumafolgestörung nennt. Das kann eine Vielzahl an psychischer Erkrankungen sein, wie z.B. eine Essstörung, Zwangsstörung oder Abhängigkeit. Was oft entsteht, ist eine Posttraumatische Belastungsstörung, kurz PTBS.

Posttraumatisch heißt hierbei "nach einem oder mehreren Traumata" und Belastungsstörung erklärt sich glaube ich von alleine.

Dabei wird seit neustem unterschieden in die PTBS, welche nach einem einzigen Trauma , wie z.B. einem Autounfall, entsteht und der komplexen PTBS, welche nach zwei oder mehr schweren Traumata entstehen kann, wie z.B. Folter oder Missbrauch. Die Symptome der beiden sind vielfältig und überschneiden sich. Was beide gemeinsam haben sind Symptome wie Flashbacks, Dissoziationen, Anspannung, Schreckhaftigkeit, sowie negativ veränderten Gedanken und Gefühlen. Unter Flashbacks versteht man das plötzliche Wiedererleben oder Erinnern der belastenden Situation. Eine komplexe PTBS hat weiter Persönlichkeitsänderungen mit zu Folge, ebenso wie unter anderem andauerndes Gefühl von Leere, Hoffnungslosigkeit, Entfremdung oder Nervosität.

Ich bemerke meine kPTBS unter anderem an meiner ständigen Anspannung und Wachsamkeit, den Flashbacks, dem dissoziieren, meiner ständigen Erschöpfung , negativen Leere und gähnender Hoffnungslosigkeit und Antriebslosigkeit. Ebenso kann ich Sinneseindrücke nicht mehr so gut filtern, oft prasseln alle Geräusche und Eindrücke einfach geballt auf mich ein und überfordern mich. Allgemein bin ich einfach leichter auch mit "Kleinigkeiten" überfordert.

Egal welche Form der Traumafolgestörung oder auch keine Folgen, es ist immer schwer ein Trauma erlebt zu haben.

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